Berufseinstieg, Heirat, Familiengründung oder eine Veränderung der Arbeitszeit: Frauen treffen im Laufe ihres Lebens viele Entscheidungen, die sich auf ihr Einkommen, ihre Absicherung und ihre spätere Rente auswirken. Die finanziellen Folgen werden jedoch häufig erst Jahre später sichtbar. Das neue Serviceportal „Lebenskarte“ macht diese Zusammenhänge verständlicher und unterstützt Frauen dabei, finanzielle Entscheidungen gut informiert zu treffen.
Wirtschaftlich eigenständig zu sein bedeutet, den eigenen Lebensunterhalt möglichst dauerhaft aus eigener Kraft sichern zu können. Dazu gehört auch, bei Veränderungen wie Trennung, Krankheit oder Renteneintritt finanziell abgesichert zu bleiben. Eine repräsentative Befragung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (Studie „Auf eigenen Füßen stehen“) zeigt: 92 Prozent der Befragten halten wirtschaftliche Eigenständigkeit für wichtig. Als sehr wirtschaftlich eigenständig schätzen sich jedoch nur 46 Prozent ein. Frauen bewerten ihre Situation im Durchschnitt schlechter als Männer. Besonders Arbeitszeit, Einkommen und familiäre Verpflichtungen beeinflussen die finanzielle Eigenständigkeit.
Gerade nach der Geburt eines Kindes gehen die Erwerbsverläufe von Frauen und Männern häufig auseinander. Wer über längere Zeit in Teilzeit arbeitet oder die Erwerbstätigkeit unterbricht, hat meist weniger Einkommen und zahlt geringere Beiträge in die Rentenversicherung ein. Deshalb lohnt es sich, die langfristigen Folgen gemeinsam zu betrachten, bevor Paare die Erwerbs- und Sorgearbeit untereinander aufteilen.
Das neue Service-Portal „Lebenskarte – orientieren, informieren, auf eigenen Füßen stehen“ bündelt Informationen aus staatlichen Quellen. Das Portal umfasst Lebensstationen wie Ausbildung und Studium, Beruf und Karriere, Partnerschaft und Ehe, Familie und Vereinbarkeit, Trennung sowie Altersvorsorge. Nutzerinnen können die für sie relevante Lebensphase auswählen und Antworten auf typische finanzielle und berufliche Fragen, Links zu passenden Angeboten und verschiedene Online-Rechner finden. Interessante Inhalte lassen sich auf einer persönlichen Merkliste speichern. Wie Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien betont, ist ökonomisches Wissen der „Kompass“ zur individuellen Freiheit.
Zum Portal gehört der digitale „Lohn-O-Mat“, der gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT entwickelt wurde. Der Rechner zeigt, wie sich Veränderungen bei Arbeitszeit, Gehalt, Steuerklasse oder Arbeitsplatz auf das verfügbare Einkommen und die spätere Rente auswirken können.
Die Berechnung ist für Einzelpersonen und Paare möglich. So lassen sich verschiedene Modelle der Erwerbs- und Sorgearbeit vergleichen:
- Was verändert sich, wenn beide ihre Arbeitszeit anpassen?
- Wie wirkt sich ein beruflicher Wiedereinstieg aus?
- Welche langfristigen Folgen hat es, wenn eine Person ihre Arbeitszeit deutlich reduziert?
Der Lohn-O-Mat nimmt Paaren die Entscheidung nicht ab. Er liefert konkrete Zahlen für ein Gespräch, das sich sonst häufig auf die kurzfristige Organisation des Alltags konzentriert. Zum Lohn-O-Mat
Unser Tipp: Nutzen Sie das Portal, um Ihre aktuelle Situation zu prüfen oder gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner die Weichen für eine finanziell abgesicherte Zukunft zu stellen. Wer Entscheidungen über Arbeitszeit, Familienarbeit oder berufliche Entwicklung gemeinsam trifft, sollte auch die finanziellen Folgen gemeinsam betrachten.