Aktuell läuft unser „mentoring4women“-Programm zum sechsten Mal. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die Tandems entwickeln und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir sind dankbar, so viele engagierte und versierte Mentorinnen und Mentoren für das Programm begeistern zu können. Ohne sie gäbe es dieses Angebot nicht. An dieser Stelle danken wir unserer Mentorin Josefine Lange und ihrer Mentee, Ulrike Koll, dass sie im folgenden Text ihre Gedanken zum aktuellen Mentoring-Durchlauf mit uns geteilt haben.
Josefine Lange – Mentorin
Mich hat das „mentoring4women“-Konzept von Anfang an überzeugt. Ich hatte selbst in meiner beruflichen Entwicklung von Mentoren profitiert. Diese positive Erfahrung mit einer hierarchiefreien Art des Dialogs, mit individuellen Inhalten, die kein Seminar vermitteln kann, möchte ich weitergeben.
Es erfüllt mich mit Zufriedenheit und Freude, wenn ich das Gefühl habe und vor allem von der Mentee vermittelt bekomme, dass sie die Gespräche weiterbringen und stärken.
Gutes Mentoring ist ein strukturierter, vertrauensvoller und vertraulicher Austausch auf Augenhöhe zwischen der Mentorin/dem Mentor, einer erfahrenen Führungskraft, und der Mentee.
Als Mentorin höre ich vor allem aktiv zu, gebe Denkanstöße, Impulse, reflektiere Alltagssituationen der Mentee, gebe Feedback und stelle Fragen, manchmal auch unbequeme. Ich lasse die Mentee an meinen Gedanken und Erfahrungen teilhaben, nicht als Vorgabe, als Angebot und so können wir dann darüber sprechen, ob und wie sie diese für sich nutzen kann, lösungs- und vor allem zukunftsorientiert. Bei jedem Mentoring lerne auch ich als Mentorin, bessere Fragen zu stellen, eine bessere Sparringspartnerin zu sein, meine eigenen Erfahrungen und mein Wissen zu reflektieren und zu erweitern anhand dessen, was mir die Mentee anvertraut. Beim Mentoring kann es um die Karriereplanung gehen, doch liegt der Gesprächsbedarf nicht immer bei „höher/schneller/weiter“. Vielmehr geht es oft um die eigene Standortbestimmung z. B. an einem Wendepunkt wie Führung oder doch besser Fachorientierung, Wechsel der Stelle oder gar des Arbeitgebers, Unternehmensnachfolge – ist es das Richtige? Folge ich den richtigen Zielen? Aber auch Themen des beruflichen Alltages sind wichtig, wie Wertschätzung und Respekt, Kommunikation, Zusammenarbeit, Zeitmanagement und Work-Life-Balance. Da geht es manchmal auch um Privates. Aus meiner Sicht ist ein Erfolgsgeheimnis von „mentoring4women“, dass es ein externes Mentoring ist. Es baut sich leichter eine Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen auf, weil Mentor*in und Mentee nicht den Bezugsrahmen durch einen gemeinsamen Arbeitgeber haben, beide haben einen völlig unvoreingenommenen Blick, kein Hintergrundwissen, das der Unbefangenheit im Wege stehen könnte. Ein anderes essenzielles Erfolgskriterium ist das Matching der Tandems, welches Filiz Karsligil immer wieder beeindruckend gut gelingt.
Bin ich als Mentor*in nicht eigentlich Coach? Im Ziel sind sich beide Formate, Mentoring und Coaching ähnlich, es geht um die Einschätzung und Entwicklung persönlicher Kompetenzen. Die methodischen Ansätze sind unterschiedlich. Coaching zielt auf eine messbare Veränderung persönlicher Verhaltens- und Handlungsmuster ab. Der Coach unterstützt unabhängig von der eigenen beruflichen Erfahrung. Er/Sie trägt das entscheidende Maß der Verantwortung für die Erfüllung des Auftrages. Anders im
Mentoring. Der Mentee bleibt immer die Freiheit der Entscheidung, welche Inhalte in welcher Tiefe besprochen werden. Bei ihr liegt die Initiative und die Verantwortung, das Erwartete zu bekommen.
Ulrike Koll – Mentee
Das mentoring4women-Programm ist für mich beruflich wie persönlich eine ausgesprochen bereichernde und motivierende Erfahrung. Als Mentee liegt es in meiner Hand und auch in meiner Verantwortung, Themen einzubringen und Schwerpunkte zu setzen. Dieser Gestaltungsspielraum erlaubt eine gezielte Ansprache und individuelle Weiterentwicklung und holt jede Teilnehmerin an ihrem persönlichen Startpunkt ab.
Unsere Gespräche sind inspirierend, konstruktiv und ehrlich – sie helfen mir, mein Führungsverständnis zu reflektieren, meine Rolle zu schärfen und mein Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zu stärken.
Durch die Begleitung meiner erfahrenen Mentorin gewinne ich als Führungskraft neue Perspektiven und hinterfrage vertraute Routinen.
Das Programm setzt bewusst auf das sog. Cross-Mentoring, die Begleitung durch eine Führungspersönlichkeit aus einem anderen Arbeits- und Erfahrungskontext. Dadurch entsteht ein offener Austausch auf Augenhöhe, frei von Hierarchien oder Erwartungen, den ich als besonders wertvoll erlebe.Dank des vorab sehr sorgfältig vorbereiteten „Matchings“ von Mentor:in und Mentee wird eine Basis geschaffen, auf der die Beteiligten eine vertrauensvolle Gesprächsbeziehung aufbauen können. Ergänzend dazu bieten die begleitenden Netzwerktreffen wertvolle Impulse sowie Raum für Erfahrungsaustausch und Kontaktmöglichkeiten unter den Mentees. So entsteht ein Programm, in dem besonders Frauen sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und wachsen können – eine Erfahrung, die mich nachhaltig stärkt.
Sie möchten noch mehr zum Programm „mentoring4women – Frauen in die Führung“ wissen? Hier haben wir einen kleinen Bericht vom Bergfest eingestellt.