Wir sagen aus voller Überzeugung: “Ja! Brauchen wir.” Frauenförderung, z. B. über Mentoring-Programme, bietet die Chance, Erfahrungen ehrlich und ungeschönt zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und ein Netzwerk aufzubauen, das auf gegenseitiger Unterstützung beruht. Es gibt Studien, die zeigen, dass Frauen aus frauenzentrierten Netzwerken häufiger konkrete Unterstützung und Empfehlungen erhalten. Es geht nicht um Ausschluss, sondern um gezielten Support. Und das geht nur, wenn Männer die Themen stützen. Wir brauchen „male allies“, ohne sie geht es natürlich nicht, wenn wir über Gleichberechtigung auch im beruflichen Kontext reden.
Natürlich hat sich in den letzten 200 Jahren – gerade in Deutschland und Europa – viel getan. Nach Kämpfen, Errungenschaften, Herausforderungen und Widerständen stehen wir heute gesetzlich gleichberechtigt nebeneinander. Eine der ersten prominenten Stimmen in der westlichen Welt war Mary Wollstonecraft, die mit ihrem Werk „A Vindication of the Rights of Woman“ (1792) die gesellschaftliche Stellung der Frau infrage stellte. Sie forderte das Recht der Frauen auf Bildung und die Anerkennung als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft. In Deutschland begann zu dieser Zeit auch Charlotte von Stein, enge Vertraute von Johann Wolfgang von Goethe, zu hinterfragen, welche Rolle Frauen in der Gesellschaft wirklich zukommen sollte, auch wenn sie nie direkt für Frauenrechte kämpfte.
Geburtsstunde der Frauenbewegung
Das 19. Jahrhundert markiert die Geburtsstunde der ersten organisierten feministischen Bewegungen in Europa. In Deutschland setzte sich Luise Otto-Peters für die Rechte der Frauen ein und gründete 1865 den ersten deutschen Frauenverein. Sie kämpfte für das Recht auf Bildung, politische Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt, damit Frauen wirtschaftlich selbständig werden konnten:
„Es ist die Pflicht einer jeden Frau, nicht nur für sich, sondern auch für andere zu leben.“
Parallel dazu fanden auch in Großbritannien, Frankreich und den USA Frauen immer stärker Gehör. Emmeline Pankhurst und ihre Töchter kämpften in Großbritannien für das Frauenwahlrecht, während in den USA Frauen wie Susan B. Anthony und Elizabeth Cady Stanton in der Frauenrechtsbewegung führende Rollen übernahmen.
Kampf ums Wahlrecht
Der Erste Weltkrieg brachte der Frauenrechtsbewegung in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, einen enormen Schub. In Deutschland wurde 1918 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt, nachdem Clara Zetkin und andere Sozialistinnen und Feministinnen intensiv für die Rechte von Frauen kämpften. Zetkin, eine der führenden Köpfe der deutschen Sozialdemokratie und der internationalen Frauenbewegung, setzte sich besonders für die Rechte von Arbeiterinnen und den internationalen Frieden ein. In Großbritannien erhielten Frauen 1918 das Wahlrecht, allerdings zunächst nur ab dem 30. Lebensjahr. Erst 1928 wurde das Wahlrecht auf alle Frauen ausgeweitet. In vielen anderen europäischen Ländern, wie Frankreich oder den skandinavischen Staaten, mussten Frauen ebenfalls bis nach dem Ersten Weltkrieg oder sogar noch länger auf dieses grundlegende Recht warten.
Der „zweite“ Feminismus
In den 1950er- und 1960er-Jahren setzte sich die Frauenbewegung fort. Besonders die Frauenbewegung der 1960er-Jahre brachte grundlegende gesellschaftliche Veränderungen. In den USA war Betty Friedan mit ihrem Werk „The Feminine Mystique“ eine Schlüsselfigur der „zweiten Welle“ des Feminismus‘. Sie stellte das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter infrage und setzte sich für das Recht der Frauen auf eine erfüllende Karriere und persönliche Entfaltung ein. Auch in Deutschland erkämpften Frauen zunehmend mehr Rechte: 1974 wurde das Recht auf Abtreibung in der BRD gesetzlich gestärkt, und der Zugang zu Verhütungsmitteln verbessert. In Frankreich legte Simone de Beauvoir mit ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ 1949 die literarische Grundlage für die moderne feministische Bewegung und stellte radikal die gesellschaftlichen Geschlechterrollen infrage, weit über Frankreich hinaus.
Fortschritte
Das 20. Jahrhundert brachte bedeutende gesetzliche Veränderungen und die schrittweise Anerkennung von Frauen in führenden Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Ein prominentes Beispiel ist Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel (Kanzlerin 2005 bis 2021). Auch in anderen europäischen Ländern gab es Fortschritte: Norwegen, Schweden, Finnland und Island sind Vorreiterinnen. In den letzten 50 Jahren hat sich glücklicherweise viel rund um das Thema Gleichstellung getan. 1977 trat hier in Deutschland das „Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ in Kraft, das Frauen in der Arbeitswelt stärkere Rechte einräumte. Die Umsetzungsquote von Frauen in Führungspositionen blieb allerdings lange Zeit hinter den Erwartungen zurück und Frauen verdienen in vielen Ländern, darunter Deutschland, im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer – bei gleichen Arbeitsbedingungen und Qualifikationen.
Der Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt hat sich stetig verbessert. Frauen wie Clara Zetkin, Simone de Beauvoir, Betty Friedan und Angela Merkel haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Rechte von Frauen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft stetig wuchsen und wachsen.
„Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“ (Simone de Beauvoir)
Diese Worte erinnern uns daran, dass Gleichstellung nicht nur ein gesetzliches Ziel ist, sondern auch eine fortlaufende gesellschaftliche Veränderung erfordert; und dass wir das nur gemeinsam schaffen, Männer und Frauen.
TIPP: In Nordrhein-Westfalen finden sich viele „Frauenorte NRW“, die den Fokus auf Frauen legen, die in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft als Pionierinnen und Aktivistinnen wirkten. Diese „Frauenorte“ zeigen, wie regionales Engagement Frauenrechte geprägt hat und wie lokale Geschichte die europäische Frauenbewegung beeinflusste.
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